Canario de Canto - Timbrado Espanol

Sein Gesang ist so vielseitig und variationsreich, wie bei keinem anderen Vogel. Der Timbrado als direkter Erbe des wilden Kanarienvogels hat einen natürlichen Gesang der sich weiterentwickelt und perfektioniert hat. Spanien, bzw. die Kanaren als Ursprungsland des Kanarienvogels und insbesondere des Timbrados ist auch heute die Nation, die die meisten Timbrados besitzt und züchtet.

Als nächstes folgen die hispano-amerikanischen Länder, wobei Venezuela eine herausragende Rolle einnimmt. Unsere Timbrados, ursprünglich auch als „Canario del Pais“ („Vogel des Landes“) bezeichnet sind die Basis aller anderen existenten Kanarienrassen, er ist dem Urvogel auf den kanarischen Inseln am nächsten.

Nach dem 2. Weltkrieg, etwa 1945 besann sich eine Gruppe spanischer Züchter in Madrid auf die Rehabilitierung des Kanarienvogels als Gesangsvogel, nachdem man sich in den Jahrzehnten davor mehr mit der Züchtung der vielen Farb- und Positurkanarien beschäftigt hat. Als Gesangsvogel wurde er dann 1950 erstmals in Madrid präsentiert, und zwar von der A.C.E. mit dem Präsidenten Clemente Lillo,  kurze Zeit später dann auch von der F.O.E.   International wurde der  Timbrado 1953 vorgestellt und ist seit 1962 von der COM anerkannt. Heute wird der Timbrado in fast allen Ländern der Welt gezüchtet. Der nachvollziehbar erste Timbrado in Deutschland erhielt Klaus Speicher 1972 auf der Weltschau in München als Geschenk von einem spanischen Preisrichter.

Von spanischen Freunden bekam auch ich 1993/94 die ersten Timbrados. Mein spanischer Freund Jose Moncho – Pons suchte in den Folgejahren die Kontakte zu bekannten spanischen Züchtern und so konnte ich dann 1996 Vögel aus dem damaligen Weltmeisterstamm bekommen und bringe seitdem regelmäßig erstklassige Timbrados, ja sogar viele Siegervögel aus Spanien mit nach Deutschland.

Am 25.Oktober 1997 trafen sich in Kerpen die ersten Timbradofreunde Deutschlands, es wurde die Timbrado – Interessengemeinschaft Deutschland gegründet. Am 22. November 1997 erfolgte die erste offizielle und offene Timbrado -Meisterschaft in Kerpen bei Köln, als Ausrichter fungierte der Gesangskanarienverein Bonn von 1923.

Am 18. August 1998 fand unter der Schirmherrschaft des DKB-Landesverbandes 06 Rheinland die erste Hauptversammlung mit der formellen Bildung  eines Vereins und kompletten Vorstandes statt, an der bereits 23 Timbradofreunde teilnahmen. Fortan präsentierte man sich als

Timbrado – Gesangskanarienverein & Interessengemeinschaft Deutschland e.V.

Der DKB – Deutscher Kanarienzüchterverband-  hat den Timbrado auf der Herbst-Tagung 2001 anerkannt. Im Januar 2002 ersangen meine Timbrados  dann den ersten Deutschen Meistertitel des DKB (Deutscher Kanarienzüchterbund).

Jährlich werden viele Tausende Timbrados gezüchtet, diese haben sich in vielen Familien als Familienmitglied etabliert, da der fröhliche und temperamentvolle Gesang von verschiedenen vielseitigen und schnell wechselnden Tönen und Melodien gefällt. Ein einzelner Timbrado ist durchaus in der Lage, das Haus durch seine Gegenwart und seinen Gesang zu erfüllen und sich so zum Liebling des Heimes und deren Bewohner zu entwickeln.

Die Auswahl der besten Sänger und die Verbesserung des Gesangs hat im Laufe der Jahre zu außerordentlichen Ergebnissen geführt, die Vielseitigkeit des Gesangs ist fast unerschöpflich.

Der Timbrado befindet sich auch weiterhin in einer kulturellen Entwicklung und Perfektionierung des Gesangs, auch durch das Auftreten neuer Töne und Liedteile, dank der privilegierten Stimmorgane des Kanarienvogels.

Leider gibt es jedoch auch eine große Anzahl von Kanarienzüchter  die planlos auf Gutdünken ihre Vögel „vermehren“ oder willkürlich mit verschiedenen Farbkanarien verpaaren. Das Ergebnis ist eine Menge von Vögeln die angeboten werden ohne besonderen gesanglichen Wert. Der wahre Timbrado – Liebhaber  muss also unbedingt bei der Anschaffung darauf achten, dass er von einem offiziellen, ehrlichen Timbrado – Züchter Vögel von guter Qualität erwirbt. Diese sollten einen Abstammungsnachweis besitzen und frei von groben Defekten im Gesang sein.