Timbrado Espanol

Der große Tenor unter den Gesangsvögeln Sein Gesang ist so vielseitig und variationsreich, wie bei keinem anderen Vogel. Als weitere Gesangskanarienrasse neben dem schon altbekannten Harzer Roller und den Malinois, den Belgischen Wasserschlägern hat der Timbrado Espanol seine Liebhaber und Freunde in aller Welt gefunden.

Timbrado-Gesang

 

Der Gesang des Timbrado ist sehr abwechslungsreich und voller Variationen. Die einzelnen Touren werden immer sehr kurz und in stetigem Wechsel vorgetragen. Sie bestehen aus vielen verschiedenen Tönen und Kombinationen. Es klingt oft sogar so, als würden zwei Vögel gleichzeitig singen. Der Gesang ist einfach toll und wunderbar. Mit seinem Gesang und seinem Temperament findet der Timbrado laufend neue Freunde und Liebhaber.

Zur Geschichte: Der Timbrado, der in Spanien auch als „Vogel des Landes“ bezeichnet wird, war schon fast verschwunden, da man das Neue, das vermeintlich Moderne, das aus anderen Ländern kam, haben wollte und versuchte zu imitieren, gemeint sind unsere Harzer Edelroller und Belgische Wasserschläger, deren Vorfahren jedoch exportierte Timbrados waren.

Ästhetische Kreuzungen

Außerdem haben viele Liebhaber in Spanien Kreuzungen mit „Vögeln mit gekräuselter Feder“ gemacht oder aber auch mit dem „Cardinalito“, der aus Venezuela kam, sowie mit allen sonstigen Farbkanarien und Gestaltkanarien, kurzum man liebte in Spanien das „Neue“, das vermeintlich „Fremde“, das war für den Spanier beeindruckend, insbesondere in den Regionen Andalusien und La Mancha.

Die nordspanischen Züchter, insbesondere die katalanischen Züchter hingegen haben sich bemüht, den „Primitiven“, unverfälschten Typ zu bewahren, d. h. in den Farben grün, gelb oder grün-gelb, als kleinen kurzgehaltenen Vogel. Diese Kreuzungen und Versuche, in Spanien einen besonderen Kanarienvogeltyp zu erlangen, brachte den Verlust des Gesanges mit sich.

Verlust an Variationen

Vor allem die Kreuzungen mit den Gestaltkanarien und den „gekräuselten Kanarien“ ergaben im Gesang sehr hohe Töne und das Repertoire verlor so an Wert. Die ursprüngliche Melodie wesentlich besserer Qualität erlitt eine fundamentale Veränderung. Diese Situation dauerte in Spanien lange Zeit an. Erst im Jahre 1945 hat sich dann eine begeisterte Liebhabergruppe aus Madrid die Rehabilitierung dieser Ursprungs-Gesangskanarienrasse wieder vorgenommen, um diese Entwicklungen der Vergangenheit zu bremsen.

Mühevoll suchte diese Züchtergruppe in allen Ecken Spaniens nach reinrassigen Exemplaren, die noch vorhanden waren. Jose Clemente-Lillo, Präsident der A.C.E., der ältesten spanischen Vereinigung gilt heute als Urvater des Timbrado mit der Präsentation im Jahre 1950 in Spanien. 1953 fand der Timbrado durch ihn seine Anerkennung auf der Weltschau in Brüssel. Jose Clemente-Lillo ist gleichzeitig Preisrichter der F.O.C.D.E., der größten spanischen Organisation. Spanien als Ursprungsland des Kanarienvogels und insbesondere des Timbrados ist auch heute wieder die Nation, die die meisten Timbrados besitzt und züchtet.

Venezuela – Deutschland

Als nächstes folgen die hispano-amerikanischen Länder, wobei Venezuela eine herausragende Rolle einnimmt. Unsere Timbrados sind die Basis und der Ursprung aller anderen existenten Kanarienrassen, der Timbrado ist international von der COM anerkannt und wird heute in fast allen Ländern der Welt gezüchtet.

Deutschland zählt zu den Ausnahmeländern, die den Timbrado erst im Herbst 2001 anerkannt haben, wobei angemerkt sein muss, dass der LV 06 Rheinland den Timbrado seit 1998 anerkennt. In Deutschland gibt es zur Zeit bereits über 1000 Timbrado- Liebhaber, ca. 50 sind Mitglied in der Timbrado- Interessengemeinschaft Deutschland e.V..

Spanien

In Spanien gibt es Tausende begeisterte Züchter und Liebhaber des Timbrado. Jährlich werden viele Tausende Timbrados gezüchtet, diese haben sich in vielen spanischen Familien als Familienmitglied etabliert, da der fröhliche und temperamentvolle Gesang von verschiedenen vielseitigen und schnell wechselnden Tönen und Melodien gefällt.

Ein einzelner Timbrado ist durchaus in der Lage, das Haus durch seine Gegenwart und seinen Gesang zu erfüllen und sich so zum Liebling des Heimes und deren Bewohner zu entwickeln. Obwohl der Timbrado in Spanien seit vielen Jahrzehnten, ja sogar Jahrhunderten existiert, sind die spezialisierten Veröffentlichungen vorwiegend erst in den letzten 30 Jahren erfolgt, die ersten in den 50iger Jahren des vorigen Jahrhunderts.

20 Jahre Fortschritt – Aber noch keine Perfektion

Die Auswahl der besten Sänger und die Verbesserung des Gesangs hat in den letzten 20 Jahren außerordentliche Fortschritte gemacht, jedoch bedeutet dies noch nicht, dass man bereits zu einer Perfektion im Gesang gelangt ist.

Der Timbrado befindet sich auch weiterhin in einer kulturellen Entwicklung und Perfektionierung des Gesangs, auch durch das Auftreten neuer Töne (Noten) dank der privilegierten Stimmorgane des Kanarienvogels. Leider gibt es auch eine große Anzahl von Liebhabern, die planlos auf Gutdünken ihre Vögel „vermehren“. Das Ergebnis ist eine Menge von Vögeln ohne besonderen gesanglichen Wert.

Internationale Popularität deutscher Timbrados

In Anbetracht der internationalen Popularität unserer Timbrados erscheint es uns wichtig, seine Gesangsqualität zu verbessern, bzw. auf hohem Niveau der Öffentlichkeit vorzustellen und seine Geschichte und Eigenschaften bekannt zu machen. Jose L. Clemente-Lillo hat über Jahre hinweg in der spanischern Zeitschrift eine Serie von Artikeln über den Timbrado und seinen Gesang veröffentlicht, die wir sämtliche in unsere Sprache übersetzt haben, ebenso Veröffentlichungen von Miguel Angel Novero-Sanchez, von Miguel Angel Martin-Espada, von Alejandro Campos- Borredat und von Fausto Rodriguez de Viguri Escobar, allesamt anerkannte Spezialisten, Preisrichter und Kenner unseres Timbrado. Von einer Liedbeschreibung möchte ich in diesem Bericht Abstand nehmen, diese ist Bestandteil einer separaten Veröffentlichung.