Anpassung an das spanische Niveau – etwa 10 Punkte niedriger

Verfasst von Willem Dirk Knees

Für die Timbrado-Züchter in Deutschland, Belgien und Holland hat das Jahr 2008 einen Umbruch in der Bewertung gebracht. Während die Vereins- und Verbandsbewertungen der Vögel des Jahrganges 2007 noch nach dem bisherigen Modus erfolgten, hat sich bei der großen Vergleichsprämierung „Benedu“ im belgischen Bocholt die Gelegenheit ergeben, dass die ausgestellten Vögel aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland von spanischen Preisrichtern nach aktuellem spanischem Maßstab bewertet wurden, wodurch die Ergebnisse um etwa zehn Punkte niedriger lagen. Gleichzeitig nahmen alle holländischen und deutschen Preisrichter – belgische gibt es noch nicht für Timbrados – an ausführlichen Schulungen durch das span. Preisrichterteam, wobei der Vorsitzende der span. Timbrado-Preisrichter-Vereinigung der FOCDE die Schulung leitete, teil und konnten so auf das spanische Niveau eingeschworen werden. Dadurch wurden anschließend die Landesmeisterschaften in allen drei Ländern bereits nach neuem Modus durchgeführt.

Auf diese Weise ergaben sich am Anfang der Ausstellungs-Periode nach „altem“ Standard Bewertungen von bis zu 100 Punkten, während die höchsten Bewertungen bei den Meisterschaften in allen drei angesprochenen Ländern bei 89 Punkten lagen. Auf der Deutschen Meisterschaft des DKB wurden zwei Vögel mit 89 Punkten bewertet, der Champion-Timbrado des Deutschen Meisters Klaus Wodarz aus Henningsdorf bei Berlin und ein Timbrado des deutschen Timbrado-Preisrichters Willem D. Knees aus Oedekoven bei Bonn. Die drei besten deutschen Viererstämme in Bad Salzuflen stellte Klaus Wodarz mit 348 Punkten, Hermann Josef Kalscheuer aus Erftstadt bei Köln mit 340 Punkten und Otto Niss aus Bonn mit 324 Punkten. Dem standen die vorauf gegangenen Bewertungen der Gruppen Süd gegenüber, wo die Stämme von Cordula Rossbach aus Oberasbach mit 377 Punkten vor Marius Popiolek mit ebenfalls 377 Punkten vorne lagen, und der Gruppe West, wo Otto Niss 392, Willem Knees 391 und Hermann Josef Kalscheuer 389 Punkte erzielten. Den Championvogel mit 98 Punkten stellte Josef Jakobs aus Hürtgenwald bei Aachen. Bei der Jugend stellte Leon Eibel aus Kerpen den Siegervogel und gleichzeitig höchst bewerteter Timbrado der Ausstellungssaison mit 100 Punkten.

„Floreados“ wurden Weltmeister

Die interessanteste neue Entwicklung aber ergab sich bei den Weltmeisterschaften der COM in Hasselt in Holland. Bei den Timbrados wurden die drei Holländer Manuel Pardo del Rio (Holländer aus Spanien), seine Frau Erlijn Eweg, und Mario Monsanto (Holländer aus Mittelamerika) Weltmeister, Zweite und Dritter mit sogenannten Floreado-Timbrados, erstmalig wieder seit 1972, einer fast ausgestorben gewesenen alten Timbrado-Rasse, die beinahe keine fortlaufenden Rolltouren singt, sondern vorwiegend geschlagene, nachtigallartige „Floreos“ (Ziertriller) singt, in denen alle anderen möglichen Touren enthalten sind. Da sie keine fortlaufenden, sondern unterbrochene Touren „schlagen“, werden sie auch „Discontinuos“ genannt. Mit diesen Vögeln entsteht eine andere Art von Timbrados mit besonders hoch bewerteten Ziertrillern, die aber äußerst schwierig zu bewerten sind, weil die anderen Touren sich in den Ziertrillern „verstecken“. Auf ihre Besonderheiten wird noch gesondert einzugehen sein.